Die Tuchel-Trennung: Nicht nachvollziehbar oder notwendig?

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Kaum ein Thema hat die Fans von Borussia Dortmund so gespalten wie die Trainerdiskussion um Thomas Tuchel. Der Trainer mit dem besten Punkteschnitt wurde entlassen. In der abgelaufenen Saison hat er die direkte Qualifikation zur Champions League zum wiederholten Male geschafft und den Borussen den ersten Titel seit fünf Jahren beschert. Eigentlich eine tolle Saison, wäre sie nicht von unzähligen Nebengeräuschen aus dem Verein und Medien begleitet worden.tuchel

Es war der Abend des 11. April 2017. Insgesamt drei Sprengsätze detonierten am Mannschaftsbus des BVB. Die Mannschaft und der Trainerstab befanden sich bereits im Bus. Mittlerweile wissen wir, dass eine komplette Fußballmannschaft gezielt ausgeschaltet werden sollte, um durch den dadurch fallenden Kurs der BVB Aktie hohe Gewinne zu generieren. Der Täter sitzt in Untersuchungshaft. Ohne dieses Detailwissen verfügte die UEFA bereits am Tatabend, dass das ausgefallene Spiel keine 24 Stunden später nachgeholt werden sollte. Die Spieler und der Trainer wurden noch am Tatort darüber informiert.

Die Mannschaft und der Trainerstab hatten sich zu fügen. Wie viel Kraft und Überwindung das gekostet haben mag, können wohl nur die Betroffenen selbst beurteilen. Thomas Tuchel sagt noch heute, man müsse diese Zeit in Klammern setzen, und es habe überhaupt keinen Sinn, diese Spiele sportlich beziehungsweise ausschließlich sportlich zu beurteilen. Der Spagat zwischen Mensch und Fußballlehrer ist ihm ausgezeichnet gelungen.

Als Übungsleiter ein absoluter Perfektionist der in jeder Sekunde versucht des Gegners Schwächen zu erkennen und sie zu nutzen. In jener Zeit jedoch war er viel mehr als ein Übungsleiter. Er war ein Ansprechpartner und Psychologe für seine Spieler und gleichzeitig auch Betroffener und musste täglich die Gefühlslage aller in den Pressekonferenzen moderieren. Wie er das geschafft hat, verdient allergrößten Respekt. An den Trainer Tuchel und an den Menschen Tuchel.

 

Differenzen innerhalb des Vereins

Schon längere Zeit gab es Unstimmigkeiten im Verein.  tuchelKleinere Streitigkeiten wurden öffentlich ausgetragen und medial gepusht. Als Tuchel nach dem Champions League Hinspiel gegen Monaco den Spieltermin öffentlich kritisiert hat wurde es noch ungemütlicher. Watzke gab an, dass sich niemand gegen den Spieltermin ausgesprochen hat. Mittlerweile wissen wir, dass sich mehrere Spieler rund um Marco Reus es für falsch befunden haben zu spielen und dies auch vor dem Spiel klar kommuniziert haben. Kurz vor dem Endspiel um die Champions League Qualifikation gegen Hoffenheim sprach Watzke von einem Dissens mit dem Trainer bezüglich der Spielansetzung nach dem Anschlag.

Auch in der Mannschaft herrschte Uneinigkeit. Während sich Roman Bürki klar für den Trainer aussprach, holte Marcel Schmelzer zu einem fiesen Seitenhieb aus. Ein Spieler welcher in der abgelaufenen Saison nicht gerade glänzte sollte nach einem gewonnenen Pokalfinale den Trainer bezüglich der Aufstellung nicht wirklich kritisieren. Eine Aktion welche eines Kapitäns nicht würdig ist. Durch die ganzen Unstimmigkeiten im Verein hat wohl auch der Slogan „echte Liebe“ schwer gelitten, denn das Gefühl dass diese nur von den Fans kommt ist schwer abzuschütteln.

Die Trennung von Borussia Dortmund und Thomas Tuchel ist aus sportlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Für Außenstehende schwer zu erkennen wie groß die Differenzen tatsächlich waren, allerdings haben beide Parteien keinen gemeinsamen Nenner mehr gefunden. Alles in allem war die abgelaufene Saison eine erfolgreiche. Der BVB konnte sich erstmals nach fünf Jahren wieder einen Titel sichern und Trainer Tuchel den ersten im Erwachsenenbereich. Der Mensch Tuchel hat sich seinen eigenen Titel schon vor mehreren Wochen gesichert.

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